Wie windstabil ist ein Sonnensegel wirklich?
Windstärke ist keine Meinung, sondern eine Zahl. Wir zeigen, welche Werte für ein Sonnensegel gelten und woran Sie eine belastbare Konstruktion erkennen.
Kurz beantwortet
Ein Sonnensegel ist nicht schwächer als andere Beschattung. Es geht dem Sturm nur rechtzeitig aus dem Weg. Entscheidend sind die Konstruktion, die Fläche und eine klare Regel für den Ernstfall.
- 01Zwei Zahlen werden ständig verwechselt. Die Tragkonstruktion wird auf die Windzone bemessen, in Hessen auf rund 90 km/h. Die Freigabe von 61,5 km/h sagt etwas ganz anderes: bis wann das Tuch ausgefahren bleiben darf.
- 02Unser festes Segel FX ist bis 20 Quadratmeter für 61,5 km/h freigegeben. Das ist die obere Grenze von Windstärke 7 und liegt über dem, was die beste Markise darf.
- 03Größere feste Segel liegen bei rund 49,6 km/h. Je größer die Fläche, desto niedriger die zulässige Windgeschwindigkeit.
- 04Die tragende Rolle spielen die Masten. Wir arbeiten mit 86 oder 102 Millimetern Durchmesser, abgestimmt auf Fläche und Standort.
- 05Elektrische Segel RE fahren über Wettersensoren selbstständig ein, bevor es kritisch wird. Das ist der wirksamste Windschutz überhaupt.
- 06Ein aufgerolltes oder abgenommenes Segel hat keine Angriffsfläche. Die Masten bleiben stehen, weil sie genau dafür gerechnet sind.
- 07Leinen und Beschläge sind Verschleißteile. Leinen gehören alle drei bis sechs Jahre getauscht, sonst sinkt die Belastbarkeit unbemerkt.
Wind drückt nicht nur. Er zieht.
Ein Sonnensegel ist eine Membran. Strömt Luft darüber hinweg, entsteht auf der Oberseite ein Unterdruck, während die Unterseite Druck aufnimmt. Beide Kräfte wirken gleichzeitig, und beide landen an denselben Punkten: an den Ecken.
Von dort geht die Last weiter in die Masten und von den Masten in das Fundament. Die Membran selbst ist selten das schwache Glied. Was nachgibt, sind ungeeignete Befestigungspunkte, unterdimensionierte Masten oder ein Fundament, das für die Fläche zu klein geraten ist.
Deshalb hängt die Windstabilität nie am Tuch allein. Sie ist das Ergebnis der gesamten Konstruktion, und sie sinkt mit jedem zusätzlichen Quadratmeter Fläche. Ein kleines Segel hält mehr Wind aus als ein großes, weil weniger Angriffsfläche weniger Kraft bedeutet.
Genau hier entsteht das größte Missverständnis. Wer hört, dass ein Segel bis 61,5 km/h freigegeben ist, denkt an eine Belastungsgrenze. Gemeint ist aber etwas anderes: der Punkt, ab dem das Tuch aus dem Wind geht. Die Konstruktion bleibt stehen.
Was passiert bei welcher Windgeschwindigkeit?
Ziehen Sie den Regler auf eine Windgeschwindigkeit. Der Regler zeigt, ab wann das Tuch aus dem Wind gehört. Über die Belastbarkeit der Konstruktion sagt er nichts, die liegt deutlich höher. Einordnung nach der Beaufort-Skala des Deutschen Wetterdienstes.
Dicke Äste bewegen sich, in Leitungen pfeift es hörbar. Große feste Segel erreichen hier ihre Freigabegrenze von rund 49,6 km/h.
Der Windsensor greift in diesem Bereich ein und fährt selbstständig ein, ohne dass Sie zu Hause sein müssen.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, von Hand einzurollen.
Segel bis 20 Quadratmeter bleiben innerhalb der Freigabe von 61,5 km/h. Größere Varianten erreichen bei rund 49,6 km/h ihre Grenze.
Einordnung nach der Beaufort-Skala des Deutschen Wetterdienstes, bezogen auf zehn Meter Höhe über offenem Gelände. Die Freigabewerte stammen aus unseren eigenen Produktunterlagen zum Segel FX.
Die Windstärken im Überblick
Die Zeile zu Ihrer eingestellten Windgeschwindigkeit ist hervorgehoben. Ein Klick auf eine Zeile setzt den Regler dorthin.
| Windstärke | Bezeichnung | Geschwindigkeit | Woran Sie es erkennen |
|---|---|---|---|
| 0 Bft | Windstille | unter 1 km/h | Der Rauch steigt senkrecht auf. Das Segel hängt vollkommen ruhig. |
| 1 Bft | Leiser Zug | 1 bis 5 km/h | Kaum spürbar. Am Segel passiert nichts. |
| 2 Bft | Leichte Brise | 6 bis 11 km/h | Blätter rascheln. Ein gespanntes Segel bleibt vollkommen ruhig. |
| 3 Bft | Schwache Brise | 12 bis 19 km/h | Dünne Zweige bewegen sich. Angenehmes Terrassenwetter. |
| 4 Bft | Mäßige Brise | 20 bis 28 km/h | Staub und loses Papier werden angehoben. Ein sauber gespanntes Segel steht weiterhin still. |
| 5 Bft | Frische Brise | 29 bis 38 km/h | Kleine Laubbäume beginnen zu schwanken. Ein locker gespanntes Segel fängt jetzt an zu arbeiten. |
| 6 Bft | Starker Wind | 39 bis 49 km/h | Dicke Äste bewegen sich, in Leitungen pfeift es hörbar. Große feste Segel erreichen hier ihre Freigabegrenze von rund 49,6 km/h. |
| 7 Bft | Steifer Wind | 50 bis 61 km/h | Ganze Bäume bewegen sich, das Gehen gegen den Wind wird spürbar schwerer. Bis 61,5 km/h ist ein festes Segel bis 20 Quadratmeter freigegeben. Danach ist Schluss. |
| 8 Bft | Stürmischer Wind | 62 bis 74 km/h | Zweige brechen von Bäumen. Kein Tuch bleibt jetzt draußen, weder Segel noch Markise. Die Konstruktion steht ohne Angriffsfläche weiter. |
| 9 Bft | Sturm | 75 bis 88 km/h | Kleinere Schäden an Häusern, Dachziegel lösen sich. Kein Sonnenschutz bleibt draußen. Die Statik ist auf diesen Bereich ausgelegt, das Tuch nicht. |
Sechs Punkte, die über die Windstabilität entscheiden
Wer diese sechs Punkte klärt, bekommt ein Segel, das auch bei Wetterwechsel hängen bleiben darf. Klicken Sie einen Punkt an, dann sehen Sie, worauf es konkret ankommt.
Wind und Sonnensegel
Die Angaben zu Genehmigungen sind eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung. Verbindlich ist die Auskunft Ihrer zuständigen Bauaufsicht.
Lukas Volz
Taunus Sonnensegel, Büro Oberursel (Taunus)
Ich bin unter Sonnensegeln aufgewachsen. Was mich bis heute beschäftigt, ist die Frage, warum manche Konstruktionen nach fünfzehn Jahren noch stehen und andere nach dem zweiten Herbst hängen.
Die Antwort liegt fast nie im Tuch. Sie liegt in der Statik dahinter. Deshalb messe ich vor jedem Projekt die Lage vor Ort, bevor über Farben und Formen gesprochen wird.
Anfrage senden
Vier kurze Schritte, keine zwei Minuten. Danach wissen wir genug, um Ihnen eine belastbare erste Einschätzung zu geben.
Was soll beschattet werden?
Wählen Sie den Bereich, der künftig im Schatten liegen soll.
Wie groß soll die Schattenfläche sein?
Eine Schätzung genügt völlig. Das genaue Maß nehmen wir beim Aufmaß vor Ort.
Wo wird der Schatten benötigt?
Die Postleitzahl genügt uns für die erste Einschätzung.
Wie erreichen wir Sie?
Wir melden uns persönlich zurück, in aller Regel innerhalb eines Werktages.
Ein bis drei Bilder der Stelle, an der das Segel entstehen soll, helfen uns mehr als jede Beschreibung.
Passend zu diesem Beitrag
Sonnensegel oder Markise?
Der ehrliche Vergleich der beiden Beschattungsarten — Fläche, Technik, Optik und laufende Kosten.
Feste Sonnensegel FX
Fest verspannt, bis 60 Quadratmeter, windstabil ausgelegt. Das System hinter den Zahlen in diesem Beitrag.
Elektrische Sonnensegel RE
Mit Wettersensoren, die bei aufkommendem Wind selbstständig einfahren.
Sprechen wir über Ihre Lage vor Ort.
Wie viel Wind Ihr Segel aushält, entscheidet sich nicht am Katalog, sondern an Ihrem Grundstück. Wir schauen uns die Situation an und rechnen die Fläche ehrlich.
Beratungsgespräch vereinbaren